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Vegan reisen: Die besten Reisetipps für Veganer

Reisetipps für Veganer

Aktualisiert im Oktober 2026: Wir haben App-Tipps, Infos zu veganem Essen im Flugzeug, typische Fallen in der Landesküche, wichtige Sätze in mehreren Sprachen und eine Packliste ergänzt. Unsere Tipps und Erfahrungen von 2017 haben wir so gelassen.

Vegan reisen mag für den ein oder anderen anfangs nicht so einfach klingen, doch wenn ihr euch ein bisschen damit beschäftigt, fällt es schon leichter. Mit ein paar Tipps von uns steht eurem nächsten Trip mit veganen und vegetarischen Gourmet-Momenten nichts mehr im Weg.

Wie auch bei allen anderen Aspekten des Reisens sind Planung und Recherche auch beim Thema Essen wichtig und empfehlenswert. Dabei ist die Wahl eurer Zieldestination schon mal die erste wichtige Entscheidung. Viele Länder sind einfach hinsichtlich Veganismus noch nicht richtig aufgeklärt oder offen. Dabei muss man sich überlegen, ob einen das stört oder ob man die Challenge annimmt und trotzdem dorthin verreisen möchte.

Hier findet ihr unsere Tipps von der Recherche über die Unterkunft bis zum Flug – plus versteckte tierische Zutaten, die ihr kennen solltet, und die wichtigsten Sätze, um im Restaurant vegan zu bestellen.

Kurzfassung:

  • Vorab recherchieren: vegane Restaurants und Supermärkte über Apps wie HappyCow, Google Maps, Instagram oder Pinterest finden
  • Snacks einpacken: Nüsse, Trockenfrüchte und Riegel retten euch, wenn es vor Ort nichts gibt
  • Unterkunft: vorab nach veganem Frühstück fragen oder ein Apartment mit Küche buchen
  • Flugzeug: veganes Menü (Code VGML) frühzeitig bei der Airline bestellen – nicht jede Airline bietet das an
  • Sprache: „Vegan“ ist nicht überall bekannt – lernt die wichtigsten Sätze oder nutzt den Vegan Passport
  • Versteckte Zutaten: Fischsauce, Austernsauce, Brühe, Ghee oder Schmalz

1. Recherche ist die halbe Miete

Recherche Veganer
Recherche Veganer

Wie bereits angesprochen, ist es immer gut, vorab die Lage für vegane und vegetarische Möglichkeiten abzuchecken. Generell sollte man wissen, welche Nahrungsmittel in dem Land dominieren, wie beispielsweise Fisch oder Milchprodukte. Die lokale Küche verstehen ist ein großer Vorteil und eine Erleichterung als vegan/vegetarisch Reisender.

Im asiatischen Raum denkt man vielleicht, dass es trotz der sehr fleisch- und fischlastigen Küche einfach ist, sich vegan zu ernähren. Man sollte aber bedenken, dass auch der Tofu oft in Fleisch- oder Fischbouillon herausgebacken wird. Für Gemüsewoks (mit oder ohne Tofu) wird oft Austernsauce verwendet, die wie Sojasauce aussieht und auch danach schmeckt, da Sojasauce ein Bestandteil der Austernsauce ist. Wie man sieht, gibt es einfach einige Dinge, die man wissen sollte, aber wenn man sich die „Mühe“ macht und sich ein bisschen informiert, dann bestellt man „one vegetable wok with soysauce – and please no oyster sauce“ 🙂 so einfach geht’s!

Verreisen in Großstädten ist als Veganer/Vegetarier oft viel einfacher als im ländlichen Raum, da der Trend oft schon bekannt oder angekommen ist und man einige bis zahlreiche vegane Restaurants findet. Einfach online vorab recherchieren und ihr werdet vor Ort einfach viel happier sein, wenn ihr schon wisst, wo ihr hinwollt (vor allem, wenn ihr schon hungrig seid). Es ist auch gut zu wissen, wo es vegane Lebensmittelläden gibt. So was kann man immer brauchen, wenn man unterwegs ist oder eine Unterkunft mit Küche hat.

Ein super Tool und hilfreich sind Instagram und Pinterest. Heutzutage wird „alles“ auf Social-Media-Plattformen geteilt – auch sehr gerne Speisen. Dabei findet ihr auf Instagram unter den Hashtags #veganfood, #veggie, #vegetarianfood, #vegantravel oder #vegan + die Stadt, in die ihr verreisen wollt, Bilder von veganen/vegetarischen Speisen – und meist sind die Orte und/oder Restaurants angegeben. Ich persönlich mag diese Art von Recherche sehr gerne, da sie schnell geht und man keine gestellten Fotos bekommt (höchstens welche mit Filter). Bei Pinterest sucht man mittels Keywords – sozusagen Google nur mit Bildern – und bekommt auch super Infos.

Hilfreiche Apps und Tools

  • HappyCowdie bekannteste Plattform (Website und App) für vegane und vegetarische Restaurants und Läden weltweit, mit Bewertungen der Community
  • Google Mapseinfach „vegan“ in der Kartensuche eingeben – auch in Bewertungen nach „vegan“ suchen
  • Instagram und TikTokHashtags wie #vegantravel oder #vegan + Stadtname zeigen aktuelle Gerichte und Lokale
  • ReiseblogsViele Blogger haben eigene Rubriken für vegan reisen – eine Auswahl findet ihr in unserer Liste der besten Reiseblogs.

2. Voraus planen

Man kann leider noch nicht überall annehmen, dass es veganes Essen geben wird. Daher ist es immer gut, wenn ihr vegane Snacks mithabt – es gibt nichts Schlimmeres, als mit Hunger auf Essenssuche zu sein (das ist zumindest bei mir so :P). Also schaut, dass ihr immer ein paar Nüsse, Trockenfrüchte oder vegane Müsliriegel mithabt, die können Leben retten 🙂

Weitere Ideen für Snacks, die ohne Kühlung auskommen, findet ihr in unserem Beitrag Fitness Snacks für unterwegs.

3. Findet passende Unterkünfte/Apartments

Vegane Hotels
Vegane Hotels

Bereits bei der Buchung der Unterkunft kann man sich den Urlaub sehr viel schöner machen. Wenn ihr eine Unterkunft mit Frühstück bucht, könnt ihr euch auf jeden Fall im Vorhinein informieren, ob es vegane Alternativen gibt (und damit meine ich nicht nur die obligatorische Sojamilch). Wenn ihr auf der Homepage keine Infos darüber findet, einfach die Unterkunft direkt kontaktieren oder auf einem Reiseportal die Bewertungen durchlesen, das ist immer eine gute Idee.

Wenn man eine Unterkunft mit Küche (z. B. über Airbnb) bucht, kann man zum einen natürlich kochen, was man möchte – zum anderen ist es auch günstiger. Dabei solltet ihr nur wissen, wo es in der Nähe vegane Lebensmittelgeschäfte gibt – und eurem veganen Frühstück, Abendessen etc. steht nichts mehr im Weg. Dabei hilft Google Maps immer.

Ich bin jedoch nicht so der Typ, der gerne im Urlaub selbst kocht, daher suchen wir im Vorhinein immer ein paar Restaurants.

Tipp: Auf Buchungsportalen lohnt sich die Suche in den Bewertungen nach „vegan“ – dort steht oft, wie gut das Frühstücksbuffet für Veganer wirklich ist. Daneben gibt es inzwischen auch rein vegane Hotels und Pensionen.

4. Vegan im Flugzeug

Vegan im Flugzeug
Vegan im Flugzeug

Zum Verreisen gehören natürlich auch die Transportmittel dazu – bei uns ist das meist das Flugzeug. Die meisten Fluglinien bieten mittlerweile vegetarische und vegane Gerichte an – wichtig dabei ist nur, dass man seine Präferenzen im Vorhinein (mindestens 1 Woche vorher) angibt. Aus Erfahrung weiß ich, dass nicht alle Flugzeuge ein veganes oder vegetarisches „Reservegericht“ mit an Bord haben. Meistens gibt es Fruchtteller, welche man auf jeden Fall verlangen kann.

  • Menü-CodeDas vegane Sondermenü heißt bei den meisten Airlines „VGML“ (Vegetarian Vegan Meal). Bestellt wird es in der Buchung unter „Sondermahlzeit“ oder über die Airline.
  • FristenJe nach Airline bis etwa 24 Stunden vor Abflug – bei Lufthansa zum Beispiel bis 24 Stunden vorher, Sondermahlzeiten gibt es dort aber erst ab einer gewissen Flugdauer. Mit unserer 1-Woche-Regel seid ihr auf der sicheren Seite.
  • Billigflieger und KurzstreckeBei manchen Airlines, etwa Eurowings, kann man gar nicht vorbestellen und wählt an Bord aus dem Menü – dort gibt es nicht immer eine vegane Option.
  • Bestätigung prüfenKontrolliert beim Online-Check-in, ob das Sondermenü noch in der Buchung steht – vor allem nach Umbuchungen.

Unser Tipp

Nehmt euch einfach vegane Snacks mit an Bord. Dann kann auf jeden Fall nichts schiefgehen.

Feste Snacks sind im Handgepäck kein Problem. Aufstriche und Dips wie Hummus oder Nussmus zählen bei der Sicherheitskontrolle aber meist als Flüssigkeit – also nur in kleinen Behältern bis 100 ml.

5. Das ABC eines Veganers/Vegetariers: lernt die Grundbegriffe

Wenn ihr in ein Land verreist, wo ihr die lokale Sprache nicht könnt, und euch nicht sicher seid, ob dort alle passables Englisch sprechen, dann schaut euch im Vorhinein die wichtigsten Begriffe und Phrasen an. Das Wort „vegan“ ist leider noch nicht überall bekannt. Daher sollte man lernen, wie man eindeutig kommunizieren kann, was man essen und trinken möchte und was nicht. Dabei erleichtert ihr euer Leben und könnt euch sicher sein, was ihr bekommt.

Unser Tipp

Der „Vegan Passport“ ist eine App von The Vegan Society. Damals kostete sie 2,30 € und hat sich für uns bezahlt gemacht (nicht gesponsert). Heute erklärt die App in 78 Sprachen, was Veganer essen und was nicht – im britischen App Store kostet sie aktuell 1,99 £.

Die wichtigsten Sätze auf einen Blick

  • Englisch„I am vegan. I don’t eat meat, fish, eggs, milk, butter, cheese or honey.“
  • Spanisch„Soy vegano / vegana. No como carne, pescado, huevos ni lácteos.“
  • Italienisch„Sono vegano / vegana. Non mangio carne, pesce, uova, latte e formaggio.“
  • Französisch„Je suis végane. Je ne mange pas de viande, de poisson, d’œufs ni de produits laitiers.“
  • ThailandDas Stichwort ist „jay“ (เจ) – so heißt die buddhistisch geprägte Küche ganz ohne tierische Zutaten. Gelbe Fähnchen mit roter Schrift kennzeichnen oft Jay-Stände.
  • Vietnam„chay“ steht für vegetarisch/vegan – „Tôi ăn chay“ heißt „Ich esse vegetarisch“.

Bei allen Situationen, die einem als Veganer/Vegetarier unterkommen können, ist es wichtig, immer höflich und geduldig zu bleiben. Nicht alle Menschen kennen sich mit den verschiedensten Ernährungsweisen aus und vielleicht seid ihr die ersten Veganer, auf die sie treffen. Erklärt es ihnen, dann verstehen sie euch (hoffentlich) oder respektieren es zumindest.

Versteckte tierische Zutaten: Darauf solltet ihr achten

  • SüdostasienFischsauce (z. B. Nam Pla in Thailand, Nước mắm in Vietnam), Garnelenpaste und Austernsauce stecken in vielen Currys, Dips und Wok-Gerichten.
  • JapanDashi, eine Brühe meist aus Bonito-Fischflocken, ist die Basis vieler Suppen und Saucen – auch in Miso-Suppe.
  • IndienDie Küche ist sehr vegetarierfreundlich, aber Ghee (Butterschmalz), Joghurt und Paneer sind weit verbreitet.
  • EuropaSchmalz in Gebäck und Bohnengerichten, Brühe in Gemüsesuppen und Risotto, Parmesan mit tierischem Lab in Pesto.
  • Getränke und SüßesWein und Säfte können mit Gelatine geklärt sein, Gummibärchen enthalten oft Gelatine, rote Süßigkeiten manchmal Karmin aus Läusen.

Wie wir uns zu Hause ernähren und was die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zu veganer Ernährung sagt, lest ihr in unserem Beitrag Vegan oder vegetarisch – was ist besser? Wichtig auch auf Reisen: Veganer sollten ein Vitamin-B12-Präparat nehmen – packt es also mit ein.

6. Nehmt eure veganen Kosmetika mit

Vegane Kosmetik
Vegane Kosmetik

Ich verwende seit Jahren fast ausschließlich vegane Kosmetikprodukte und möchte darauf im Urlaub natürlich nicht verzichten. Daher nehme ich immer alles Nötige mit, da ich aus Erfahrung sagen kann, dass man nicht überall auf der Welt leicht oder günstig zu veganen Produkten kommt. Beim Verreisen möchte man oft nicht die großen Packungen mitnehmen und die kleinen Größen werden bei veganen, nachhaltigen Produkten nicht wirklich hergestellt (was auch logisch ist, da man bei den veganen Produkten auch immer den Gedanken mit weniger Müll hat). Ich habe mir kleine leere Fläschchen gekauft, wo man seine Produkte abfüllen kann, und somit nicht die großen Packungen mitnehmen muss. Es ist in vielen Teilen der Welt auch noch nicht wirklich angekommen, vegane, nachhaltige Kosmetika zu verwenden, und daher ist es manchmal schwierig, diese vor Ort zu beschaffen. Ihr seid auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn ihr alles einpackt, was ihr benötigt.

Tipp: Feste Produkte wie Shampoo- und Duschbars, festes Deo oder Zahnputztabletten sind keine Flüssigkeiten, sparen Platz im Handgepäck und kommen ohne Plastikflasche aus. Achtet auf Siegel wie die Vegan-Blume der Vegan Society.

Packliste für vegane Reisen

  • SnacksNüsse, Trockenobst, Riegel, ein paar Instant-Haferflocken
  • Vitamin B12euer gewohntes Präparat für die ganze Reisedauer
  • Brotdose und Besteckfür Reste aus dem Restaurant oder Picknick
  • Kleine Gewürzez. B. Hefeflocken für Pasta oder Salat in der Ferienwohnung
  • Kosmetikfeste Produkte oder kleine Fläschchen zum Umfüllen
  • Offline-InfosScreenshots der wichtigsten Sätze und gespeicherte Restaurants in Google Maps

Alles andere, was in den Koffer gehört, steht in unserer Checkliste für den Urlaub. Und warum wir überhaupt vegan leben, erzählen wir in Nachhaltigkeit: Darum leben wir nachhaltig.

Fragen & Antworten zum veganen Reisen

Wie finde ich vegane Restaurants im Urlaub?

Am schnellsten über HappyCow, die Suche „vegan“ in Google Maps sowie Hashtags wie #vegantravel oder #vegan + Stadtname auf Instagram. In Großstädten findet ihr meist deutlich mehr Auswahl als auf dem Land.

Kann man im Flugzeug veganes Essen bestellen?

Ja, bei den meisten Fluggesellschaften mit Bordverpflegung gibt es ein veganes Sondermenü (Code VGML). Bestellt es frühzeitig, je nach Airline spätestens etwa 24 Stunden vor Abflug. Bei manchen Billigfliegern ist keine Vorbestellung möglich.

Welche Länder sind gut für Veganer?

Viele Großstädte wie Berlin, London oder Wien haben ein großes veganes Angebot. In Asien helfen die vegetarische Tradition in Indien und die Jay-Küche in Thailand, in Vietnam die „chay“-Restaurants. Auf dem Land und in sehr fleisch- oder fischlastigen Küchen wird es schwieriger.

Wie sage ich im Ausland, dass ich vegan bin?

Lernt einen kurzen Satz in der Landessprache, z. B. „Soy vegano/a“ auf Spanisch oder „Sono vegano/a“ auf Italienisch, und nennt am besten die Zutaten, die ihr nicht esst. Praktisch ist auch die App Vegan Passport mit Erklärungen in 78 Sprachen.

Worauf muss ich in Asien als Veganer achten?

Auf Fischsauce, Garnelenpaste, Austernsauce und Brühe – sie stecken oft auch in scheinbar vegetarischen Gerichten. Fragt ausdrücklich nach „no fish sauce, no oyster sauce“.

Soll ich Vitamin B12 mit auf Reisen nehmen?

Ja. Für Veganer ist ein B12-Präparat laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung Voraussetzung für eine gesunde Ernährung – nehmt euren Vorrat für die ganze Reise mit.

Habt ihr noch weitere Tipps? Dann teilt sie doch mit uns in den Kommentaren 😉

Sabrina, Max & Finn

Seit 2017 schreiben wir hier über unsere Reisen – heute zu dritt, mit echten Kosten und ehrlichen Eindrücken.

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