Nachhaltigkeit
Nachhaltig leben: Unsere Gründe & Tipps für Alltag und Reisen
Aktualisiert im Oktober 2026: Wir haben Tipps für einen nachhaltigen Alltag, einen ausführlichen Teil zum nachhaltigen Reisen und aktuelle Zahlen (Umweltbundesamt, Earth Overshoot Day 2026) ergänzt. Unseren Text von Ende 2019 mit unserer persönlichen Geschichte haben wir so gelassen.
Nachhaltigkeit… Heutzutage ist der Begriff in aller Munde. Doch was steckt da überhaupt alles dahinter? Wenn wir in unserem Umfeld über Nachhaltigkeit sprechen, dann heißt es oft „Kein Fleisch essen“ oder „Plastik ist schlecht“. Das ist natürlich nicht falsch, aber der Begriff ist viel weitreichender.
Vor ein paar Jahren hat uns Nachhaltigkeit kaum interessiert. Die letzten Jahre ist aber die Bedeutung für uns immer mehr in den Fokus gerückt und die Wichtigkeit wird uns Tag für Tag bewusster.
In diesem Beitrag erklären wir, was Nachhaltigkeit bedeutet, warum wir nachhaltig leben wollen, wie du im Alltag starten kannst – und wie du auch beim Reisen nachhaltiger unterwegs bist.
Kurzfassung:
- Nachhaltigkeit: so leben, dass auch künftige Generationen gut leben können – ökologisch, sozial und wirtschaftlich
- Earth Overshoot Day 2026: 30. Juli – die Menschheit verbraucht Ressourcen von rund 1,7 Erden
- Größte Hebel im Alltag: pflanzliche Ernährung, weniger und bewusster konsumieren, Müll vermeiden, Mobilität
- Reisen: Ein Inlandsflug verursacht laut Umweltbundesamt rund elfmal so viele Treibhausgase pro Kilometer wie der Fernzug
- Unser Weg: möglichst vegan, faire Mode, unverpackt einkaufen, Plastik vermeiden – das Fliegen ist unsere größte Baustelle
Doch fangen wir vorne an:
Also, was ist Nachhaltigkeit?
Kurz und knapp: Nachhaltigkeit ist die Fähigkeit, ständig zu existieren.
Für unsere heutige Zeit heißt das, so zu leben, dass es uns auch noch in mehreren hundert Jahren geben kann. Die Menschheit entwickelt sich laufend weiter. Technologien vereinfachen unser Leben. Leider verändern sie auch unsere Umwelt.
Noch vor ein paar hundert Jahren konnte der Mensch die Natur nur wenig beeinflussen. Um etwa 1000 nach Christus gab es aber auch nur etwa 300 Millionen Menschen auf der Welt. Bis 1800 nach Christus eine Milliarde Menschen. 200 Jahre später standen wir – als wir diesen Text 2019 geschrieben haben – bei rund 7,5 Milliarden Menschen, heute sind es bereits über 8 Milliarden! Ein Riesensprung in kurzer Zeit.
Seit 1800 schafft es die Menschheit auch, die Umwelt nachhaltig zu beeinflussen. Und das leider nicht zum Guten.
Ganz nach dem Motto „Profit frisst Hirn“ wird sich nur wenig um die Folgen gekümmert. Die Meere werden überfischt, die Felder zu Tode gedüngt, jahrhundertealte Wälder abgeholzt, CO2 in die Luft gejagt, Tiere ausgerottet und das alles nur, damit die Menschen ein komfortableres Leben führen können.
Als Folge wird es immer weniger Fische in den Meeren geben, Felder werden nicht mehr genügend Früchte tragen, die Erderwärmung wird unser Klima auf den Kopf stellen und viele Tiere werden aus unserem Leben verschwinden.
Bei der Nachhaltigkeit geht es also darum, über den Tellerrand hinauszuschauen und sich den Konsequenzen des Handelns bewusst zu sein.
Will ich den Untergang unserer Erde, wie wir sie heute kennen, unterstützen oder möchte ich, dass auch noch viele weitere Generationen hier leben können?
Genau diese Frage haben wir uns auch gestellt.
Die drei Säulen der Nachhaltigkeit
Die bekannteste Definition stammt aus dem Brundtland-Bericht der Vereinten Nationen von 1987: Nachhaltige Entwicklung befriedigt die Bedürfnisse der Gegenwart, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Dabei spielen drei Bereiche zusammen:
- ÖkologischNatur, Klima, Artenvielfalt und Ressourcen schützen
- Sozialfaire Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Bildung und Gerechtigkeit
- ÖkonomischWirtschaften, das langfristig funktioniert, ohne auf Kosten anderer oder künftiger Generationen zu gehen
Mit der Agenda 2030 haben sich die UN-Mitgliedstaaten 2015 auf 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) geeinigt – vom Klimaschutz bis zur Armutsbekämpfung.
Wie viel verbrauchen wir?
Ein greifbares Maß ist der Earth Overshoot Day (Erdüberlastungstag): der Tag, an dem die Menschheit alle Ressourcen verbraucht hat, die die Erde in einem Jahr erneuern kann. 2026 fiel er laut Global Footprint Network auf den 30. Juli. Die Menschheit nutzt die Natur damit 73 % schneller, als sich die Ökosysteme regenerieren können – rechnerisch bräuchten wir rund 1,7 Erden.
Darum wollen wir nachhaltig leben
Vor einigen Jahren hat uns das ganze Thema gar nicht interessiert. Wir haben Fleisch gegessen, möglichst günstig eingekauft (Kleidung und Essen) und ohne darüber nachzudenken eine in Plastik eingepackte Banane gekauft.
Sabrina ist dann irgendwann auf die Idee gekommen, Vegetarierin zu werden. Den Tieren zuliebe. Mir war das zunächst ziemlich „wurscht“.
Ich als Mann muss Fleisch essen!
So bringt es uns die Gesellschaft bei. Rund zwei Jahre ging das so und auch meine Schwester war plötzlich Vegetarierin. „Ist so ein Frauending…“, denn wie schon gesagt: „Ein Mann ist kein Mann, wenn er kein Fleisch isst.“
Irgendwann rückte das Thema aber mehr und mehr in unser Leben. Im Umfeld wurde mehr und mehr über das Thema diskutiert und schließlich habe auch ich mich intensiver mit dem Thema befasst. Ich habe Bücher gelesen und Dokumentationen geschaut und irgendwie wurde mir klar: „Fleisch essen ist gar nicht so cool!“
Aber nicht die schlechte Tierhaltung war ausschlaggebend für diesen Gedanken, sondern auch die Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt. Ich entschied mich, Vegetarier zu werden…
Aus folgenden Gründen verzichte ich auf Fleisch
- Umwelt: unter anderem durch Abholzung Regenwälder für Tierfutteranbau.
- Gesundheit: Fleisch Konsum ist einfach nicht gesund.
- Tierhaltung: Da brauch ich wohl nicht viel zu sagen
Wir leben jetzt also beide als Vegetarier. Aber was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? Noch nicht so viel, aber das hat den Ball ins Rollen gebracht.
Mehr und mehr haben wir uns für weitere Themen interessiert.
- Wie wird eigentlich unser 5-€-T-Shirt produziert?
- Was passiert mit unserem Müll?
- Ist Plastik wirklich so schlecht?!
- Unterschiede zwischen vegan und vegetarisch?
Es hat sich also plötzlich eine neue Welt für uns eröffnet. Und das ist noch gar nicht so lange her. Erst seit einigen Wochen versuchen wir, so viel es geht in Unverpackt-Läden zu kaufen, um Müll zu vermeiden. Ebenso versuchen wir, so gut es geht Plastik zu vermeiden. Und zwar nicht nur Einwegplastik, sondern auch Plastikdosen, Flaschen, Geschirr usw.

Wir versuchen außerdem, vegan zu leben. Euch ist wahrscheinlich aufgefallen, dass das Wort „versuchen“ häufiger vorkommt 🙂
Für uns ist nachhaltig leben ein Prozess.
Wir versuchen, Stück für Stück nachhaltiger zu leben. Aber es ist teilweise sehr schwer. Wenn du dein Leben lang Käse gegessen hast, dann kann es doch schwierig sein, sich komplett umzustellen.
Zu Hause ist das kein Problem. Wir kochen nur vegan und haben auch nur vegane Lebensmittel im Haus. Schwieriger wird es, wenn wir auswärts essen gehen. Viele Geschäfte bieten keine veganen Speisen an. Da entscheiden wir uns dann doch mal für eine Mahlzeit, die Milchprodukte enthält.
Es kann auch vorkommen, dass ich mal bei einem Fleischgericht koste. Nicht häufig, aber alle paar Monate kommt es schon vor. Dann bricht für mich aber keine Welt zusammen. Vor ein paar Jahren habe ich sicherlich jeden zweiten Tag Fleisch zu mir genommen. Also an rund 180 Tagen im Jahr. Heute esse ich vielleicht 8-mal im Jahr Fleisch. Das ist für mich, die Umwelt und die Tiere durchaus besser!
Ich habe jetzt viel über Ernährung geredet, aber wie gesagt versuchen wir auch, Müll zu vermeiden, faire Mode zu tragen und weniger CO2 zu produzieren.
Aber wir sind noch lange nicht am Ziel und stehen noch am Anfang!
Wie es für uns weitergeht
Eigentlich versuchen wir erst seit Ende 2018 / Anfang 2019, nachhaltig zu leben. Ein Grund dafür war sicher auch unsere Weltreise. Die Müllverschmutzung lässt einen dann doch nachdenklich werden und wenn man dann liest, dass viel von dem Müll in Südostasien aus Deutschland importiert wird, dann will man auch handeln.
Unser Beitrag zur Nachhaltigkeit sieht also wie folgt aus:
- Wir versuchen, so gut es geht vegan zu leben,
- Wir tragen fair produzierte Kleidung
- Wir vermeiden Müll (Unverpackt-Läden)
- Wir vermeiden Plastik
Nachhaltig leben im Alltag: So kannst du starten
Niemand muss von heute auf morgen alles umstellen – genau wie bei uns ist es ein Prozess. Diese Hebel bringen am meisten:
- Ernährungmehr Pflanzen, weniger tierische Produkte. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt seit 2024, dass mehr als drei Viertel der Ernährung aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen – und bewertet eine vegane Ernährung als umweltfreundlicher als Mischkost.
- Regional und saisonalObst und Gemüse der Saison haben kurze Wege und brauchen kein beheiztes Gewächshaus.
- Lebensmittel rettenEinkauf planen, Reste verwerten, Apps gegen Lebensmittelverschwendung nutzen.
- Weniger kaufenDie nachhaltigste Hose ist die, die du schon hast. Reparieren, tauschen und Second-Hand kaufen.
- Faire Modeauf unabhängige Siegel achten, zum Beispiel GOTS oder Fairtrade.
- Müll vermeidenUnverpackt-Läden, Mehrwegbecher, Stoffbeutel und Trinkflasche.
- EnergieÖkostrom beziehen, Heizung und Warmwasser bewusst nutzen.
- MobilitätWege zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis zurücklegen.
- GeldAuch Bank und Geldanlage machen einen Unterschied – es gibt Banken, die nach ökologischen und sozialen Kriterien investieren.
Eine Sache fällt uns sehr schwer
Es gibt einen Punkt zum Thema Nachhaltigkeit, der uns doch sehr schwerfällt. Und das ist das nachhaltige Reisen bzw. der nachhaltige Transport.
Wir lieben das Reisen. Ein Flug nach Asien produziert aber Unmengen an CO2. Das Problem haben wir leider noch nicht gelöst. Außerdem will ich auch ab und zu meine Familie und Freunde in Deutschland besuchen. Dafür habe ich meist nur das Wochenende und ein Flug am Freitagnachmittag mit Rückflug am Sonntagabend bietet sich da an. Mit dem Zug würde ich viel Zeit verlieren und ja, der Zug ist auch viel teurer.
Ein Problem, welches wir definitiv noch lösen müssen.
Nachhaltig reisen: Tipps für unterwegs
Ganz aufs Reisen verzichten wollen wir nicht – und das musst du auch nicht. Aber es gibt viele Stellschrauben, mit denen Reisen deutlich umweltfreundlicher wird.
Das Verkehrsmittel macht den größten Unterschied
Das Umweltbundesamt hat für 2024 die durchschnittlichen Treibhausgas-Emissionen pro Personenkilometer in Deutschland verglichen:
- Flugzeug (Inland)290 g CO2-Äquivalente pro Personenkilometer
- Pkw164 g (bei durchschnittlich 1,4 Personen pro Auto)
- Fernbus30 g
- Fernzug26 g
Ein Inlandsflug verursacht pro Kilometer also rund elfmal so viele Treibhausgase wie die Fahrt im Fernzug. Für Strecken innerhalb Europas lohnt sich deshalb immer der Blick auf Zug, Fernbus oder Nachtzug – wie die Nightjets der ÖBB ab Wien. Im Schlafwagen spart ihr euch nebenbei auch eine Hotelnacht.
Wenn es doch der Flieger sein muss:
Lieber seltener und dafür länger verreisen, Direktverbindungen wählen und mit leichtem Gepäck reisen. CO2-Kompensation über Anbieter wie atmosfair oder myclimate ist ein Ausgleich – aber kein Ersatz dafür, Emissionen zu vermeiden.
Vor Ort nachhaltiger unterwegs
- Öffis, Rad und zu FußViele Städte und Inseln lassen sich wunderbar ohne Mietwagen erkunden.
- Unterkunftkleine, lokal geführte Häuser unterstützen die Menschen vor Ort. Orientierung geben Umweltzeichen wie das Österreichische Umweltzeichen, das EU Ecolabel oder Green Key.
- Lokal und pflanzlich essenIn vielen Ländern ist die regionale Küche ohnehin stark pflanzlich – unsere Reisetipps für Veganer helfen dabei.
- Plastik vermeideneigene Trinkflasche (in Ländern ohne trinkbares Leitungswasser mit Wasserfilter), Stoffbeutel und Brotdose einpacken.
- Tiere respektierenFinger weg von Angeboten wie Elefantenreiten oder Fotos mit Wildtieren.
- Natur schützenauf markierten Wegen bleiben, beim Schnorcheln keine Korallen berühren, Müll wieder mitnehmen.
- Länger bleibenLieber eine Region intensiv erleben als viele Ziele im Schnelldurchlauf – das spart Transportwege und ist entspannter.
Wie sichtbar das Müllproblem auf kleinen Inseln ist, zeigt unser Foto vom Müllschiff auf Koh Lipe weiter oben. Und was alles in den Koffer gehört (inklusive Trinkflasche), steht in unserer Checkliste für den Urlaub.
Wie ist das bei dir? Versuchst du auch nachhaltig zu leben? Hast du Ideen und Tipps für uns?
Fragen & Antworten zum nachhaltigen Leben
Was bedeutet nachhaltig leben?
Nachhaltig leben heißt, so zu konsumieren, zu essen, zu wohnen und unterwegs zu sein, dass auch künftige Generationen noch gut leben können – also Ressourcen schonen, Umwelt und Klima schützen und fair mit anderen Menschen umgehen.
Was sind die drei Säulen der Nachhaltigkeit?
Ökologie (Umwelt und Ressourcen), Soziales (faire Arbeit, Gerechtigkeit, Gesundheit) und Ökonomie (Wirtschaften, das langfristig funktioniert). Nachhaltig ist, was alle drei Bereiche berücksichtigt.
Wie kann ich im Alltag nachhaltiger leben?
Die größten Hebel sind eine pflanzenbetonte Ernährung, weniger und bewusster Konsum, Müllvermeidung, Ökostrom und klimafreundliche Mobilität. Am besten startest du mit einem Bereich und baust Schritt für Schritt aus.
Was ist der Earth Overshoot Day?
Der Tag, an dem die Menschheit alle natürlichen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde in einem Jahr erneuern kann. 2026 war das laut Global Footprint Network der 30. Juli.
Ist Zugfahren wirklich klimafreundlicher als Fliegen?
Ja, deutlich. Laut Umweltbundesamt verursacht der Fernzug in Deutschland rund 26 g Treibhausgase pro Personenkilometer, ein Inlandsflug rund 290 g – also etwa elfmal so viel.
Wie kann man nachhaltig reisen?
Zug oder Bus statt Flugzeug wählen, seltener und dafür länger verreisen, lokal geführte Unterkünfte buchen, regional und pflanzlich essen, Plastik vermeiden und die Natur vor Ort respektieren.
Bringt CO2-Kompensation etwas?
Sie kann einen Teil der Emissionen ausgleichen, wenn das Projekt seriös ist. Besser ist es aber immer, Emissionen gar nicht erst entstehen zu lassen – Kompensation sollte die letzte Option sein.

Hallo!
Schöner Beitrag von euch. Auch ich beschäftige mich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Eine Idee für das Fliegen oder Reisen mit Auto, Zug, etc. stellt die CO2-Komensation dar:
https://bewusstweg.de/was-bringt-flugkompensation/
Liebe Grüße
Sonja