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Island

Eishöhle Island: Saison, Kosten & Tour am Vatnajökull

Eishöhle Vatnajökull

Aktualisiert im Oktober 2026: Saison, Tourpreise, Mindestalter, Treffpunkt und Parkgebühren neu geprüft. Wir selbst waren im Februar 2020 in der Eishöhle am Vatnajökull – unsere Erlebnisse haben wir so gelassen, alle Fakten drumherum sind auf dem aktuellen Stand.

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Island hat viele Highlights zu bieten – Vulkane, Krater, Wasserfälle, Nordlichter, schwarze Sandstrände, Gletscher und Eishöhlen.

Gletscher in Island haben ein besonderes Merkmal im Gegensatz zu Gletschern in anderen Ländern, denn sie „beginnen“ fast auf Höhe des Meeresspiegels. Das bedeutet, ihr müsst nicht weit hoch wandern, um die ersten Gletscherzungen und Gletschereis zu sehen. Eishöhlen sind aber allein nicht zu finden und erkundbar, da es viel zu gefährlich wäre, und so muss man eine Tour buchen, um zu einer zu gelangen.

In diesem Guide erfährst du, wann Eishöhlen-Saison ist, was eine Tour heute kostet, ab welchem Alter Kinder mitdürfen, welche Eishöhlen es in Island gibt, was du anziehen solltest und wie unsere eigene Tour ab dem Jökulsárlón abgelaufen ist.

Eishöhlen in Island auf einen Blick:

  • Wo: Vatnajökull, Treffpunkt meist an der Gletscherlagune Jökulsárlón
  • Saison: je nach Eis und Wetter ca. Oktober/November bis März/April
  • Kosten: ca. 20.000–25.000 ISK (ca. 145–180 €) pro Person
  • Dauer: ca. 3 Stunden inklusive Super-Jeep-Fahrt
  • Mindestalter: meist 8 Jahre (bei manchen Anbietern ab 7)
  • Anreise: ca. 4,5–5 Stunden Fahrt von Reykjavik, am besten mit Übernachtung in der Nähe
  • Parken: am Jökulsárlón ca. 1.000 ISK pro Auto

Gletscher und Eishöhlen

Island beherbergt viele Gletscher und ist zu 11% mit Gletschereis bedeckt. Der Vatnajökull ist der größte Gletscher Islands und auch Europas außerhalb der Polargebiete. Schon wenn ihr Richtung Jökulsárlón fahrt, könnt ihr die Größe des Gletschers erahnen, da er von der Straße schon gut zu erkennen ist. Unser Guide hat uns später erzählt, dass der Vatnajökull vor einigen Jahrzehnten beinahe die Straße „überrollt“ hätte. Heute geht das Gletschereis aufgrund der Erderwärmung jährlich um 120 bis 160 Meter zurück.

Wie entstehen Eishöhlen?

Da der Gletscher bzw. die Gletscherzungen „wandern“, entstehen jedes Jahr aufs Neue Eishöhlen, und somit ist jede Eishöhle im wahrsten Sinne des Wortes einzigartig. Es gibt erfahrene Tourenanbieter, welche jeden Herbst auf die Suche nach Eishöhlen gehen und den Zugang für Touristen möglich und sicher machen. Die typische blaue Farbe entsteht aufgrund des hohen Drucks, welcher von den Eismassen erzeugt wird. Es gibt jedoch auch Höhlen, welche beinahe schwarz bzw. „dreckig“ aussehen. Diese sind älter und liegen nicht so hoch. Die Farbe entsteht aufgrund von Vulkanasche, welche sich im Lauf der Zeit mit dem Eis vermischt hat.

Eishöhlenwanderungen sind nur in den Wintermonaten möglich – damals hieß es bei uns von November bis März, heute starten viele Anbieter je nach Bedingungen schon im Oktober und fahren bis in den April. Ein weiterer Grund, Island im Winter zu besuchen.

Der Grund: Im Sommer schmilzt das Eis, Schmelzwasser fließt durch die Höhlen und die Decken können einstürzen. Erst wenn es im Herbst dauerhaft kalt wird, sind die Höhlen stabil genug. Ob eine Tour stattfindet, entscheiden die Guides deshalb jeden Tag neu.

Welche Eishöhlen gibt es in Island?

  • Kristall-Eishöhlen im VatnajökullDie bekanntesten, tiefblauen Höhlen. Die Touren starten am Jökulsárlón, mit dem Super Jeep geht es in den Vatnajökull-Nationalpark. Nur im Winter.
  • Katla-Eishöhle im MýrdalsjökullTouren starten in Vík. Das Eis ist hier stark mit schwarzer Vulkanasche durchzogen, dafür werden Touren je nach Anbieter auch außerhalb des Winters angeboten.
  • Künstliche EishöhlenDer Eistunnel im Langjökull und die Ausstellung im Perlan in Reykjavik sind ganzjährig geöffnet – kein Ersatz für eine echte Höhle, aber eine Option im Sommer oder mit kleinen Kindern.

Die Eishöhlenwanderung auf dem Vatnajökull

Startpunkt und Treffpunkt der Tour ist das Jökulsárlón Café. Lasst euch von der Ortsangabe „Cafe“ nicht irritieren, es handelt sich um ein super kleines Cafe, eine kleine Hütte fast mitten im Nirgendwo. Man findet es jedoch sehr gut, da der Ort gut ausgeschildert ist und sowieso sehr viel los ist und nichts anderes rundherum ist.

Eishöhlenwanderung/ Treffpunkt vor der Tour
Treffpunkt vor der Tour

Nachdem wir uns eingeparkt haben, haben wir unseren Tourenanbieter gesucht. Wir wurden bei einem Mann mit Schild fündig, der uns zu einem blauen Bus geschickt hat. Kurz irritiert gingen wir zu dem Bus, da wir annahmen, dass wir mit einem Monster-Truck fahren würden. Es hat sich dann schnell herausgestellt, dass der Bus eine umfunktionierte Wartezone ist, mit einem Holzofen, Sitzen und Kaffee/Tee zum Nehmen. Der Ofen kam sehr recht, denn es war ziemlich kalt. Dort wurden wir dann in 2 Gruppen aufgeteilt, und es ging mit zwei Monster-Trucks Richtung Gletscher. Die Fahrt dauert etwa 40 Minuten, und das obwohl die Strecke nicht sehr weit ist. Die Straßen Richtung Gletscher sind sehr uneben und holprig und auch nur mit Monster-Trucks passierbar.

Oben angekommen, ist der andere Truck direkt weiter zur blauen Eishöhle gefahren, während wir weiter unten gehalten haben und eine andere Höhle besichtigt haben. So hat jedes Auto die Möglichkeit die blaue Eishöhle allein zu besichtigen.

Direkt nach dem Aussteigen wurden allen ein Helm und Spikes für die Schuhe gegeben, da der komplette Untergrund total vereist ist. Mit den Spikes kann man sich sehr gut und sicher bewegen. Der Helm ist wichtig, um sich nicht an den niederen Eishöhlen den Kopf zu stoßen und als Schutz vor herabfallenden Steinen und Eisbrocken.

Die erste Höhle war eine dunkle Höhle, das Eis ist mit Vulkanasche/ Vulkangestein vermischt, welche sich über die Jahre gelöst hat. Unser Guide hat uns einiges über die Entstehung sowie über das schnelle Schmelzen der Gletscherhöhlen erzählt. Ein Stein an der Decke der Eishöhle war noch am Beginn der Saison nur zu einem kleinen Teil sichtbar, jetzt löst er sich schon bald heraus.

Nach etwa 20 Minuten gings dann weiter Richtung blaue Eishöhle. Im ersten Moment haben wir eine etwas andere, größere Eishöhle erwartet – wie auf den Fotos. Aber da jedes Jahr neue Eishöhlen gefunden und besichtigt werden, ändern sich diese eben. Die Eishöhle war nicht besonders groß, aber dennoch wunderschön. Es ist fast schon surreal wie die Farbe des Eises ist. Obwohl es gar nicht so sonnig war, hat das Eis trotzdem wunderschön blau geschienen. Wir haben einige sehr coole Fotos machen können.

Nach etwa 25 Minuten in der Eishöhle ging es auch schon wieder zurück Richtung Parkplatz.

Was kostet eine Eishöhlentour in Island?

  • Klassische Tour ab Jökulsárlón (ca. 3 Stunden): ca. 20.000–25.000 ISK (ca. 145–180 €) pro Person
  • Kombi mit Gletscherwanderung (4–5 Stunden): entsprechend teurer
  • Tagestouren ab Reykjavik: deutlich teurer und mit sehr langer Fahrzeit – nur sinnvoll ohne Mietwagen
  • Inklusive: Guide, Super-Jeep-Fahrt, Helm und Spikes
  • Zusätzlich: Parken am Jökulsárlón ca. 1.000 ISK pro Auto

Bei uns hat die Tour 2020 rund 142 € gekostet. Die Preise schwanken je nach Anbieter, Termin und Wechselkurs (1 € ≈ 140 ISK, Herbst 2026).

Wichtig:

Buch die Tour früh, gerade über Weihnachten und im Februar sind die Termine schnell voll. Plane außerdem einen Puffertag ein: Bei Sturm, Regen oder Tauwetter sagen die Anbieter Touren kurzfristig ab. Achte deshalb auf flexible Stornobedingungen.

Musement

Wir haben unsere Eishöhlentour mit Musement gemacht, welche auch zahlreiche andere Touren in Island anbieten. Auf dem Voucher, welchen wir bekommen haben, stehen alle Informationen oben, welche ihr für die Tour braucht.

Ihr könnt auf der Homepage musement.com ganz einfach nach der passenden Tour/Aktivität suchen. Je nach Tag und Uhrzeit werden euch die unterschiedlichen Preise angezeigt und so könnt ihr eben auch die günstigsten Preise bekommen.

Musement bietet aber nicht nur in Island, sondern weltweit Tickets und Touren für Kunst und Museen, Veranstaltungen und Konzerte, Wein und Gastronomie sowie Action und Abenteuer an.

Was solltest du zur Eishöhlentour anziehen?

  • Schuhefeste, wasserdichte Wanderschuhe, an die die Spikes geschnallt werden
  • Kleidungwarme Schichten, darüber eine wind- und wasserdichte Jacke und Hose – keine Jeans
  • Kopf und HändeMütze und Handschuhe, der Helm passt über eine dünne Mütze
  • KameraErsatzakku warm am Körper tragen, in der Kälte ist er schnell leer

Alles Weitere für deine Winterreise findest du in unserer Packliste für Island.

Vor/nach der Wanderung: Diamond Beach

Nur ein paar Kilometer entfernt bzw. am Weg zum Treffpunkt der Eishöhlenwanderung befindet sich der Diamond Beach. Wir waren schon sehr gespannt wie der Strand wirklich aussieht, denn die Fotos versprechen viel. Und wir wurden nicht enttäuscht: der Strand ist wirklich etwas ganz Besonderes. Vom Gletscher werden ganze Eisschollen und Eisbrocken weggespült.

Tipp: Kommt auf jeden Fall bei Ebbe zum Diamond Beach, weil dann könnt ihr ganz runter bis zum Ufer und richtig schöne Fotos mit den riesigen Eisdiamanten machen.

Halte aber Abstand zu den Wellen und klettere nicht auf die Eisblöcke – sie können plötzlich ins Rollen geraten.

Wo übernachten?

Von Reykjavik bis zum Jökulsárlón sind es rund 375 Kilometer. Übernachte deshalb am besten in der Gegend von Skaftafell, Hof oder Höfn. So kannst du die Eishöhle mit einer Gletscherwanderung in Skaftafell und einem Besuch am Diamond Beach kombinieren. Unterkünfte gibt es hier nur wenige, im Winter also früh buchen.

Eishöhle mit Kind

Eine Eishöhlentour ist auch für Kinder ein Abenteuer – aber nicht für jedes Alter. Wir waren selbst noch ohne Finn dort, deshalb hier unsere recherchierten Tipps:

  • Mindestalter: Bei den Touren ab Jökulsárlón meist 8 Jahre, bei manchen Anbietern schon ab 7. Für Kleinkinder gibt es keine Touren.
  • Gehstrecke: Rechne mit insgesamt mindestens einer Stunde Gehen auf Eis und Geröll.
  • Kälte: Kinder kühlen in der Höhle schnell aus – Thermounterwäsche, Skihose und warme Handschuhe einpacken.
  • Mit kleineren Kindern: Die künstliche Eishöhle im Perlan in Reykjavik und der Diamond Beach (mit Abstand zum Wasser) sind eine gute Alternative.

Mehr Tipps fürs Reisen mit Kind →

Fragen & Antworten zur Eishöhle in Island

Wann kann man in Island Eishöhlen besuchen?

Die natürlichen blauen Eishöhlen im Vatnajökull sind je nach Wetter etwa von Oktober/November bis März/April zugänglich. Im Sommer ist es zu gefährlich, weil das Eis schmilzt.

Was kostet eine Eishöhlentour in Island?

Eine rund 3-stündige Tour ab Jökulsárlón kostet ca. 20.000–25.000 ISK (ca. 145–180 €) pro Person. Touren ab Reykjavik sind deutlich teurer.

Kann man Eishöhlen in Island ohne Guide besuchen?

Nein. Eishöhlen können einstürzen und verändern sich ständig. Nur geprüfte Anbieter dürfen die Höhlen anfahren und kontrollieren sie täglich.

Ab welchem Alter darf man in die Eishöhle?

Meist ab 8 Jahren, bei manchen Anbietern schon ab 7. Das genaue Mindestalter steht in der Tourbeschreibung.

Gibt es im Sommer Eishöhlen in Island?

Die blauen Kristallhöhlen im Vatnajökull nicht. Touren zur Katla-Eishöhle ab Vík werden je nach Anbieter auch außerhalb des Winters angeboten, außerdem gibt es künstliche Eishöhlen im Langjökull und im Perlan.

Wo startet die Eishöhlentour am Vatnajökull?

Meist auf dem Parkplatz an der Gletscherlagune Jökulsárlón. Von dort geht es mit dem Super Jeep in rund 30–40 Minuten zur Höhle.

Was ziehe ich zur Eishöhlentour an?

Feste, wasserdichte Schuhe, warme Schichten, wind- und wasserdichte Jacke und Hose, Mütze und Handschuhe. Helm und Spikes stellt der Anbieter.

Fazit

Die Eishöhlenwanderung ist ein absolutes MUST-DO wenn ihr im Winter in Island seid. Wir haben uns sehr darauf gefreut und wurden absolut nicht enttäuscht. Im Inneren der Eishöhle fühlt man sich wie in einer verzauberten Welt – wo alles blau/ milchig glänzt. Aber auch die ganzen Infos vom Guide sind super interessant und wir sind sehr happy, dieses Erlebnis gemacht zu haben.

Welche Highlights wir sonst noch in Island gesehen haben, liest du in unseren Top 20 Sehenswürdigkeiten in Island.

Hard Facts zur Eishöhlenwanderung:

  • Wann? Bei uns hieß es von November bis März, heute je nach Bedingungen ca. Oktober bis April
  • Wie? Immer mit einem Tourenanbieter, wir haben über Musement gebucht und es hat alles super geklappt
  • Was beachten? Warme Kleidung, Mütze, Haube und ein festes Schuhwerk
  • Dauer? Die meisten Touren dauern etwa 2 bis 3 Stunden inklusive Fahrt zur Eishöhle
  • Kosten? Heute ca. 20.000–25.000 ISK (ca. 145–180 €) pro Person
Viel Spaß in der Eishöhle!Sabrina & Max

Sabrina, Max & Finn

Seit 2017 schreiben wir hier über unsere Reisen – heute zu dritt, mit echten Kosten und ehrlichen Eindrücken.

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